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| Alter Mongloe auf dem Tempelgelände: Er war sehr stolz, dass er im Militär war und zeigt immer wieder auf seine Anstecker. |
Im Büro habe ich mich gut eingelebt. Leider war Munkhoo, schon am zweiten Tag krankheitshalber schon nicht mehr im Büro erschienen, so dass ich schon das erste Mal etwas verloren war. Mir war einfach nicht ganz klar, was sie unter einer „Desertification Database“ versteht oder was sie dann später damit anfangen will. Ich war also die ganze erste Woche damit allein gestellt und als sie schliesslich am letzten Montag wieder erschien und ich ihr meinen Vorschlag präsentierte, war es natürlich schon viel zu weit gedacht. Sie will, dass ich ihr einige gute Beispiel aus ähnlichen Ländern wie der Mongolei suche, also wie bekämpfen die Nordchinesen die fortschreitende Wüstenbildung. Ich google also in erste Linie im Internet herum und versuche was gescheites zu finden, was gar nicht so einfach ist. Da der IT-Verantwortliche in den Ferien war, konnte ich nicht mal auf die Datenbanken der ETH zurückgreifen. Das ist jetzt auch gelöst: es gibt eine Internetleitung die nicht so stark gesichert ist, so dass ich auf das ETH-Netz zugreifen kann.
So genug gebrabbelt über die Arbeit, denn die ist nun wirklich nicht gerade weltbewegend. Viel interessanter ist das Mittagessen. Meistens gehen wir in eine nahegelegene Mensa. Da gibt es eine Auswahl von etwas 10 Menüs die im Schnitt 1000 Tugrik (= CHF 1.10) kosten. Alles mongolische Koste, aber durch und durch geniessbar (es gibt im Notfall auch mal Spaghettis). Für 3500 Tugrik kann man sich aber auch bei einem Chinesen überessen.
Ach ja und ich bin zum Taxibenützer geworden. Ins Büro laufen das war mal. Wie schon erwähnt ist hier jedes Auto ein Taxi und ich fahre jeweils jeden Morgen für CHF 0.50 ins Büro (ausser der Taxifahrer versucht mich hinters Licht zu führen, das erste Mal wollte er 1000 Tugrik).
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| Migjed Janraisig, Tempel mit der grossen Statue, die als Symbol der ungabhängikeit der Mongolei steht. |
Letztes Wochenende besuchte ich dann mit zwei Schweizern (Andi, der ebenfalls ein Praktikum beim SDC macht, und Sara, sie arbeitet bei einer NGO) das Gandan Kloster. Als Foreigner mussten wir 2500 Tugrik eintritt bezahlen, aber es hat sich gelohnt. Wir bestaunten den 26.5 Meter hohen Megdshid Dshanrajsig (es ist jedoch nur noch eine Kopie der original Statue, welche von den Russen verschleppt und zu Munition verarbeitet wurde). Als Andi von der Statue ein Foto schoss, kam sofort ein Aufpasser und verlanget 5 Dollars, die Mongolen wissen genau wie man Touristen ausnimmt. Auf dem Tempelgelände stehen sonst noch verschieden buddhistische Tempel. In einem konnte wir junge Mönche beobachten, wie sie mit ihren Handyklingeltönen spielten!
Am Dienstag hatte ich die Chance der dreckigen, staubigen Luft der Stadt für wenigstens eine Stunde zu entfliehen. Der Hashers Club (Hashers sind so was wie eine Studentenverbindung die ein mal pro Woche in die nahen Berge fahren dort entweder wandern oder laufen gehen und dann gemeinsam noch etwas essen und trinken. Hashers gibt es anscheinend auf der ganzen Welt nur sind in anderen Ländern die Regeln etwas anders ausgelegt: oft ist es eine Schnitzeljagd und wer verliert muss zwei Liter Bier trinken oder ähnlich). Aber hier sind Kinder und ältere Leute genau so dabei und es geht in erster Linie darum, sich zu bewegen und in die Natur hinaus zu kommen. Auch das schlechte Wetter konnte uns nicht von einem einstündigen Spaziergang abhalten. Wölfe oder sonstige Tiere, von denen es in dieser Gegend nur so wimmeln soll, sahen wir leider keine.
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| Aussicht von etwa ausserhalb von UB. |











