14.07.2006

Erste Eindrücke


Ulaanbatar - Mongolisches Essen - Übernachten in der Ger

National Historische Mueseum
Nach langem mühseligem Flug (in der Tupolev hat man das Knie am vorderen Stuhl) und sieben Stunden Aufenthalt auf dem stickigen, warmen Flughafen von Moskau bin ich zu früher Morgenstunde von Julie (ihr komplizierter Name kann ich mir immer noch nicht merken) und ihrem Freund abgeholt worden. Mit Ausruhen in meiner grosszügigen Einzimmer Wohnung mit Küche und Bad wurde nichts.
Ein solcher Pelzhut ist noch überflüssig; den Tag hindurch ist es mind. 30°.
Die zwei jungen Mongolen wollten mir sofort Ulaanbaatar zeigen, schliesslich war der Fahrer bezahlt. Geld wechseln schien anfangs auf Grund des Naadam Festivals unmöglich (Julie schaffte es dann doch noch). Also ging es sofort wieder los ins National Historische Museum. Angefangen bei der Steinzeit bis in die Moderne ist da die ganze mongolische Geschichte erzählt (für jene die es noch nicht wissen im 13. Jh standen die Mongolen kurz vor Wien).

Eigentlich wollten sie mich noch an Naadam - Pferde-Rennen entführen, doch der Museumsbesuch dauerte zu lange und wir waren schliesslich bei Julies Eltern zum Mittagessen eingeladen.

Ich wurde also herzlich etwas ausserhalb von Ulaanbaatar empfangen und mir wurde gleich eine mongolische Suppe (Hammelfleisch, Glasnudeln, Kartoffeln) serviert. Dazu gab es Fleischteigtaschen, die leider im Abgang etwas nach Brennsprit schmeckten.

In japanischer Manier vor dem Turtle Rock.
Und dann ging es, nach dem ich mit Julies Vater noch den Wrestlingfinal im TV geschaut hatte, er mich auf halb Russisch halb Mongolisch über meine Familie ausgefragt und seine Frau mir das Familienalbum gezeigt hatte, weiter an den Tuul Gol (Tuul Fluss), wo die Grosseltern in zwei Gers (zu Deutsch Jurte) hausen. Wir quetschten uns also zu fünft plus Fahrer ins Auto. Gurten kennen sie in der Mongolei sowieso nicht und wir holperten über die schlechten Strassen in rasanter Fahrt aus Ulaanbaatar.

Wer nun denkt, das sei alles irrt sich schwer. Kurz nach der Ankunft ging es gleich per Auto weiter nach Terelj. Eigentlich wollten wir nicht bis in die Ortschaft hinein sondern nur bis zum Turtle Rock. Aber anscheinend wusste weder der Fahere noch meine beiden Begleiter, wo sich dieser befindet und so wurde in Terelj nachgefragt und gewendet.

Wieder zurück am Tuul Gol gabs dann richtiges mongolisches Abendessen (siehe Foto oben): Hammel am Knochen mit Reis und etwas Gemüse. Und da ich das ja eventuell nicht mochte, bekam ich einen Teller in dem schon etwas Fleisch abgeschabt war. Richtig wird das Fleisch einfach abgebissen oder mit einem Messer vom Knochen geschnitten.

Mein Schlafsack trotzte der Kälte in der Nacht sehr gut und ich schlug die mir angebotene Kamelhaardecke zurück. Julies Vater traute aber meinem Schlafsack nicht und deckte mich im Morgengrauen als er aufstand wieder damit zu.

Das erste mongolische Frühstück war dann doch etwas seltsam. Das ganze sah zwar auf den ersten Blick ganz europäisch aus: ein Schüsselchen mit etwas wässriger Milch aber anstatt gezuckerten Cornflackes schwammen Fleischstücke darin. In einem zweiten Schüsselchen gabs dann noch aufgeweichte Cockies.

Gut gestärkt war es dann Zeit für einen Ausritt. Zum Glück wurde das Pferd die ganze Zeit von einem Nomadenknaben geführt.

Die Rückreise nach Ulaanbaatar war dann noch eine Sache für sich. Wir fuhren diesmal mit dem Lienenbus und der war dicht gedrängt. Bezahlen musste man deshalb beim Aussteigen und auch nur jene Leute die vorne ausstiegen. Tja und dann bemerkte ich, dass die Mongolen anscheinend keine Ahnung haben wo genau sie sich nun befinde; wir stiegen zwei Stationen zu früh aus. Aber das macht hier ja nichts denn jedes Privatauto ist auch ein Taxi.

Nach dem ich ein ruhiges Wochenende in meiner Wohnung verbracht habe, okay ich streifte natürlich durch Ulaanbaatar und versuchte meinen zukünftigen Arbeitsort ausfindig zu machen, war ich am Montagmorgen zum ersten Mal im Büro erschienen und bekam mein Schreibtisch zu geteilt. Munkhjargal (kurz Munkh, sprich Munko), meine Betreuerin oder Chefin (das hat sie aber nicht gern, wenn sie so bezeichnet wird) hat mich kurz eingeführt, was ich machen soll: ich soll möglichst viel Material über Desertifikation aus der ganzen Welt sammeln und das ganze sortieren und aufbereiten, damit sie und das SDC dann darauf zurückgreifen können.

Tja aber zuerst darf ich mich mal noch etwas in das SDC Material einlesen, was ich vor bis fünf Minuten auch getan habe.

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