![]() |
| Zwei Przewalski Pferde im Hustai National Park. |
Der mongolische Praktikant aus dem SDC lud uns letzte Woche ins Kino ein. Wir hatten uns schon einige Male erkundigt, in was für einer Sprache die Filme gezeigt werden und erhielten immer die gleiche Antwort: Englisch mit mongolischem Untertitel. Also machten wir uns keine Sorgen. Doch als der Film dann loslegte, war das bestimmt nicht Englisch und nur die Untertitel stimmten mit der uns gegebenen Antworten überein. So schauten wir „The Pirates of the Caribbean II“ halt auf Russisch. Der Praktikant hatte dann die Aufgabe uns ab und zu etwas zu übersetzen. Beim letzten Besuch auf dem Schwarzmarkt habe ich mir dann die englische Version des Films für MNT 2000.
Nach dem Meli die Mongolei verlassen hatte, wird nun auch das Schweizer Grüppchen mit dem ich hier die meiste Zeit verbracht hatte, langsam aber sicher kleiner. Zuerst galt es von Sara Abschied zu nehmen, was wir letzten Freitag mit einem Fondue-Abend feierten (nochmals herzlichen Dank von allen an Meli, die uns das Fondue aus der Schweiz mitgebracht hatte). Ab morgen Mittwoch wird das Schweizer Grüppchen auf vier geschrumpft sein; interessanterweise mit drei Rothaarigen.
Am letzten Freitag war Zeitumstellung, so dass es zwar am Morgen, wenn ich mich auf den Weg ins Büro mache, wieder hell ist, dafür wird es am Abend kurz nach dem Verlassen des SDCs bald schon dunkel. Das Wetter spielte bis am Freitag wunderbar mit: am Morgen war es kühl, aber die Mittagssonne ermöglichte es immer noch in einem Pullover sich auf den Weg zum Mittagessen zu machen. Als ich jedoch diesen Freitag am Morgen aus dem Fenster schaute, fragte ich mich, was das weisse Pulver auf den Autos soll. Es hatte über die Nacht geschneit und ich muss nun im Faserpelz und mit dem Windstoper unterwegs sein. Auch eine Kappe werde ich mir wohl bald noch zulegen müssen.
Aus dem Büro gibt es nicht viel Neues. Ich habe mit meinem Bericht über das Bewässerungssystem begonnen und bald festgestellt, dass ich noch viele offene Fragen hatte. Als mich dann am Donnerstag erstaunlicherweise Turkhuu anrief und mir mitteilte, dass es mit dem Bagger und dem Laster doch noch geklappt habe, schickte ich ihm eine lange Mail mit Fragen. Mal schauen, ob ich einige gute Antworte bekomme, bis jetzt habe ich auf jeden Fall noch nichts gehört.
![]() | ![]() | ![]() |
| Mongolische Kinder: zwei in Schuluniform. | Auf einem Spaziergang den Hügeln der Gersiedlung in UB. | Alte Frau mit traditionellem mongolischem Kleid (Del) und nicht so traditionellem Hut. |
Das letzte Wochenende hatte ich dann die Möglichkeit in den Hustai National Park (HNP) und zu den Przewalski Pferden (für alle die das Wort nicht aussprechen können, auf mongolisch: Thaki) zu fahren. Stefans Mutter hatte die Chance gepackt und besuchte ihn, wodurch Rebekka, Stefan und ich zu einer gratis Fahrt in den HNP kamen.
Die Landschaft hat sich in der Zwischenzeit stark verändert: das einst mal grüne Gras ist nun schon gelb-braun und auf den Bergspitzen sieht man immer wieder Schnee. Auf dem Weg zum National Park kamen wir an Sanddünen vorbei auf denen ebenfalls Schnee lag. War irgendwie schon etwas fehl am Platz war...
Laut dem Guesthouse, über welches das Auto und der Fahrer gemietet wurde, sollten wir bei einer Familie übernachten, die für uns dann kochen sollte. Was dann aber leider doch nicht der Fall war und wir aufgrund der Sprachbarierre auch nicht klären konnten, so dass wir im Restaurant des teueren touristischen Ger-Camps essen mussten. Aber vorher wollten wir natürlich noch in den HNP. Zuerst stand ein Besuch im Parkmuseum an, in dem wir erfuhren, dass die Pferde in der Mongolei ausgestorben waren, in europäischen Zoos jedoch überleben konnten und von dort nun in mehreren Wiederansiedlungsprojekten in die Mongolei zurückkehren sollen. Im HNP leben zu Zeit ca. 180 Thakis. Und übrigens haben diese Pferde 66 Chromosomen und nicht wie die normalen 64. Ob sie sich nun mit normalen Pferden fortpflanzen können oder nicht, konnte uns die Museumsführerin leider nicht auf Englisch erklären.
Nach einer ca. zwanzigminütigen Fahrt entdeckte der Fahrer eine Stute und einen Hengst. Wir packten unsere Fotoausrüstungen und pirschten uns an. Den Pferden schien das relativ egal zu sein, bis auf eine Distanz von fünfzig Meter. Dann zeigten sie uns den Hintern und liefen einige Schritte davon, um den Abstand wieder herzustellen. Der Fahrer hatte nun sein Ziel erreicht, die Touris konnten ihre Fotos schiessen und zurück ging‘s.
![]() | ![]() | ![]() |
| Auf dem Weg in den Hustai National Park: vor einigen Wochen war das Gras noch viel grüner | Sanddüne mit Schnee. | Abendstimmung in der Gersiedlung, in der wir übernachteten. |
Am nächsten Morgen war es in der Ger sehr kalt und obwohl draussen die Sonne schien, machten wir uns dick eingepackt auf den Weg. Hinter uns fuhr ein zweites Auto mit einem Deutschen, den wir am Vorabend kennen gelernt hatten. Nach ca. zehn Minuten sahen wir schon die erste Herde. Also wieder los mit der Kamera. Der Deutsche versuchte die Herde von der Seite her zu umgehen. Ich hielt mehr oder weniger direkt darauf zu. Die Pferde liessen uns wieder nicht näher als fünfzig Meter herankommen. Doch plötzlich machten sie kehrt und galoppierten an uns vorbei zurück. Ich konnte mein Glück nicht fassen: ein Foto mit galoppierenden Przewalski Pferden. Doch als ich abdrücken wollte, sah ich den Deutschen im Sucher und zwei Sekunden später nur noch die Hinterteile der Pferde. Pech gehabt!
Die Fahrt ging dann weiter Richtung Süden. Immer wieder sahen wir Gruppen von Takhis (auch das Paar vom Vortag stand noch am selben Ort). Wir fuhren zu einer Stelle, wo vor Urzeiten irgendwelche Mongolen Steine in einer langen Reihe in die Erde gerammt hatten. Daneben gab es ein Steingrab und ein in Stein gemeisselten Löwen. Wir fragten, uns woher die Mongolen im sechsten Jahrhundert nach Christus wohl wussten, wie ein Löwe aussieht. Erkennen, was der Stein wirklich darstellt soll, konnte man auch nicht, so dass wir uns auf einen Übersetzungsfehler einigten.
Auf der Rückfahrt durften/mussten wir dann noch eine Stunde umherwandern, da wir sonst zu früh (im Guesthouse hiess es, wir werden so zwischen vier und fünf zurück sein) wieder in UB gewesen wären.
Wieder auf der Teerstrasse wollten wir dann doch mal noch was essen und entschlossen uns bei einem Motel zu halten. Als der Fahrer uns aber mitteilte, dass wir mind. eine halbe Stunde warten müssten, ging es gleich weiter.
![]() | ![]() | ![]() |
| Steinfiguren im National Park. | Warm eingepackt: die Sonne wärmt nur noch bedingt. | Schädel eines Przewalski Pferds? |
So viel aus der Mongolei. Geniesst für mich etwas das anscheinend warme Wetter in der Schweiz.
Beiertää (tschüss) euer Raphi












1 Kommentar:
Hhhhhmmm Przewalski-Pferd! Cham mer die au esse? Gruss Schlumpf
Kommentar veröffentlichen