22.11.2006

Das allerletzte Mal in Mazar bag


Die neue Schleuse: man vergleiche das Blau das Gitters mit dem Blau des Himmels...

Mazar bag zum Letzten - kein Microbus, aber trotzdem langer als geplant - Schnee


Tja, wie am Titel unschwer zu erkenne ist, war ich wieder einmal in Mazar bag. Nun aber wirklich zum aller letzten Mal (einige SDC Angestellte witzeln schon, ich hätte dort eine neue Freundin gefunden).
Zaya, die Verantwortliche des SDCs für das Bewässerungsprojekt, wollte nicht alleine mit Turkhuu zur Abnahme des Projekts nach Mazar bag fahren und so kam ich in de Genuss mich nochmals sieben Stunden in den Jeep zu setzen und in den Westen zu fahren. Eigentlich sollte das Ganze einen zweitägigen Trip werden, aber das klappte natürlich nicht, den es scheiterte schon beim Losfahren. Zaya wollte zwar unbedingt früh los und sprach immer von sechs Uhr in der Früh, doch als wir uns dann um halb zehn treffen sollten, kam sie mit ca. 30 Minuten Verspätung und musste dann erst noch am Sonntag eine Bank finden, die offen hat (das gibt es hier also schon), um Geld zu bekommen. So ging es also erst um 11.30 Uhr so richtig los und aus UB raus.
Unterwegs kehrten wir einmal mehr in einem Ger-Restaurant am Strassenrand ein. Ich habe da immer so meine Bedenken von wegen Hygiene und so, aber ich durfte diesmal Zeuge werden, dass die mongolische Suppe frisch auf dem Feuer für uns zubereitet wurde. Sie schmeckte auch dem entsprechen gut.
Arwajcheer, das Aimag Zentrum erreichten wir dann kurz nach vier, aber Turkhuu meinte , dass es sich nicht mehr lohnen würde nach Mazar bag zu fahren. Es dunkelt hier so gegen 17.30 Uhr ein. So verbrachten wir also die Nacht in dem mir schon bekannten Hotel und am nächsten Tag sollte es wieder einmal früh losgehen.


In einer solchen Ger assen wir unser Mittagessen bzw. unser Frühstück.
Nicht nur mit dem Auto kommt die Kundschaft ins Restaurant.
Etwas unappetitlicher Anblick: im Restaurant wurde vor kurzem ein Schaff geschlachtet.



Für die Mongolen anscheinend früh fuhren wir dann auch gegen 10.00 Uhr nach Mazar bag. Die neue Schleuse war fertig, der Damm rundherum erhöht und verstärkt. Beim Bag Governor gab's wie immer Sutezä und ich gab der Familie meine beim letzten Besuch geschossenen und nun ausgedruckten Fotos. Sie waren hell begeistert. Dann fing das Warten an. Für eine Projektabnahme braucht es natürlich schon einiges hohes amtliches Personal. So tauchte dann irgendwann mal der Head of the Ministry of Agriculture des Aimags auf, aber der Sum Governor liess auf sich warten. Erstaunlicherweise würde das warten sogar Turkhuu zu mühsam, so dass er entschloss, den Sum Governor abzuholen.
Noch kurz was zur Verwaltungsstruktur in der Mongolei: ein Aimag entspricht so etwa einem Kanton, davon gibt es insgesamt 21 plus der Hauptstadt, die ein unabhängiger Distrikt ist. Die nächst kleinere Stufe ist der Sum und dann als kleinste Einheit der bag.
Wir rasten als im Jeep Richtung Süden bis uns auf halbem Weg ein anderer Jeep entgegenkam. Der Bag Governor, wollte sich also doch nicht abholen lassen. Nach der offiziellen Besichtigung des Reservoirs inklusive Fototermin auf der neuen Schleuse, hielt dann jeder der Anwesenden eine kurze Rede über die Wichtigkeit des Damms, der Beziehung zum JCS und dem SDC etc. Sogar ich als Praktikant durfte meine Eindrücke und Empfehlungen abgeben. In einer nahen Ger warteten dann die Arbeiter auf ihr Zertifikat (da sind die Mongolen noch richtig Sowjetisch veranlagt: für jeden gab es ein Stück Papier mit Unterschrift all dieser oben genannten wichtigen Persönlichkeiten und einem grossen roten Stempel drauf). Darauf folgte dann wieder mal ein Fototermin, für den immer meine Kamera herhalten musste, weil alle anderen keine Batterien mehr hatten, aber dafür kann ich diese Fotos nun auch im Blog präsentieren. Wieder zurück in der Ger des Bag Governors gab es dann zur Feier noch eine Flasche Vodka (ehrlich gesagt, habe ich mich schon lange gefragt, wo den der Vodka bei all dem offiziellen Getue geblieben ist...).


Die wichtigen Projektleute: (v.l.) Bag Governor, Sum Governor, Minister of Agriculture, Turkhuu, ich und der Hydroingenieur.
Gruppenbild der wohl viel wichtigeren Arbeitern.
Sonnenuntergang in der Wüste kurz vor der Abfahrt.



Kurz vor dem Eindunkeln hiess es dann für mich definitiv Abschied von Mazar bag zu nehmen. Turkhuu entschied es sei zu gefährlich während der Nacht nach UB zu fahren (ob auf Grund des Vodka-Konsums, bei dem sich auch der Fahrer nicht zurückgehalten hatte oder nicht bleibt mal dahingestellt) und so ging es wieder mal nur bis ins Aimag Zentrum.
Zaya pochte dann auf eine frühe Abfahrt am nächsten Morgen und wir schafften es tatsächlich um 8.00 Uhr los zu fahren. Wir fuhren wieder bis zu den Ger-Restaurant und kehrten im selben ein, wie auf der Hinfahrt. Es gab als etwas verspätetes Frühstück eine viel zu grosse Portion Tsuivan. Nach einem weiteren Zwischenhalt für einen Kaffee kamen wir dann gegen 16.00 Uhr in UB an. Das war natürlich viel zu spät um sich noch im Büro blicken zu lassen und so fuhr der Fahrer jeden einzelnen vor die Haustüre.

Tja, mit planen und voraussagen, wie lange eine Reise dauern soll, da haben die Mongolen stets etwas Mühe, aber das macht das ganze immer sehr abwechslungsreich und in der Zwischenzeit habe ich mich schon daran gewöhnt. Mal schauen, ob ich mich in der Schweiz wieder umgewöhnen kann und nicht andauernd zu spät kommen werde.

Heute Morgen erlebte ich dann die nächste Überraschung. Als ich zum Fenster hinaus blickte war alles weiss. Es hat über Nacht richtig heftig geschneit (nicht so wie bis an hin...). Auf meinem Weg ins Büro drangen dann die ersten Sonnenstrahlen durch die Wolkendecke und liessen die Strassen in glitzerndem Licht erscheinen.


Wieder mal der Blick von meinem Balkon aus, diesmal mit Schnee.
Verschneite Strasse: Winterpneus kennen die Mongolen nicht...

Mit den Besen, die sonst zum Staubwischen benutzt werden, versuchen die Mongolen dem Schnee Herr zu werden.



1 Kommentar:

Anonym hat gesagt…

Hoi Raphi!
So wiäs usgseht hebet s warme Wetter bi üs no chli a für dich. Mir sind hüt im Pulli dusse gschpaziert und händ eher wärmer wiä chälter gha...
S giit nur ei Situation wo du muesch pünktlich si bi üs: Dänn wänn mir halb verhungeret vor dä Mensa warted :-)
Liebi Grüess Lotte