17.08.2006

Bald Ferien


Das Kloster gleich neben meinem Wohnblock.
Sitzung - wieder mal ein neuer Freund

Vielleicht wundert ihr euch, wieso gleich zwei neue Blogeinträge vorhanden sind. Ich wollte den letzten Eintrag eigentlich anfangs Woche hochladen, aber im SDC ist das ganze Internet zusammengebrochen. Anfangs konnte ich noch etwas Mailen, doch ab Dienstag ging dann gar nichts mehr. Seit heute Morgen klappt das ganze aber wieder und ich habe sogar Zeit noch einen zweiten Eintrag zu schreiben.

Eine Baustelle: die Bauarbeiter (oft auch Frauen) arbeiten fast 24h und 7 Tage die Woche.
Zur Sitzung mit dem ehem. Umweltminister: Munkh wollte mit mir die Kritikpunkte am Montagmorgen anschauen und sie Minister-tauglich machen. Doch am Montag um 10.00 Uhr war keine Munkh da. Ich arbeitet weiter an meiner Datenbank und dachte, sie komme dann schon noch. Da sie bis zum Mittag nicht erschienen war, fragte ich mal an der Reception nach, doch auch dort wusste niemand was. Auf meine Bitte wurde sie dann angerufen und es stellte sich heraus, dass sie krank war. Ach so, in der Mongolei muss man sich im Krankheitsfall gar nicht abmelden!?!
Am Dienstag kam sie dann doch und wir besprachen meine Kritikpunkte kurz vor der Sitzung. Ich habe extra noch recherchiert, was in ein Environmental Impact Assessment (EIA) hinein kommt. Sie fand meine Kritikpunkte ganz gut (auch wenn sie auf meine Kritik zur Gestaltung und Gliederung des Textes nicht wirklich einging).
Dann kam der Herr Prof. (Ph.D) Adyasuren und brachte noch eine Professorin, die ebenfalls am EIA beteiligt war mit. Als erste bekam ich ihre Visitenkarten. Munkh machte eine lobenswerte Einleitung (gute und viele Messungen etc.) und dann durfte ich Kritik äussern. Mein Hauptkritikpunkt war, dass keine Alternativen beschrieben und bewertet wurden. Leider meinte Munkh dann sofort schützend, dass das nicht der Fehler der Autoren sei, sondern jener des Auftraggebers (das SDC ist nicht direkter Auftraggeber sondern eine Deutsche Firma) und diese wollen dann selber die Alternativen ausarbeiten. Gut dann gingen wir auf die nicht beschriebenen und für uns unlesbaren Grafiken ein und die etwas schwachen Schlussfolgerungen, die nichts Neues hergaben (ich meinte später zu Munkh, dass man diese Schlussfolgerungen auch vom Bürotisch aus machen kann). Die ganze Sitzung fand immer wieder auf Englisch und dann wieder auf Mongolisch statt, so dass Munkh zum Teil übersetzen musste. Es war dann gar nicht so schlimm und meine Sorgen am Anfang eher unbegründet. Jetzt müssen die Autoren den ganzen Text (80 Seiten, original Bericht über 400) noch auf 10 Seiten zusammenfassen. Vielleicht bekomme ich das dann wieder zum Lesen.

Klassischer Wohnblock, so richtig sowjetisch.
Gestern Abend ging ich mit Stefan auf ein Bier noch in eine Gartenbeiz. Es ist wieder etwas wärmer geworden und man kann am Abend in einem Pullover gut noch draussen sitzen. Als wir uns eigentlich schon auf den Heimweg machen wollten, hörten wir von einem nahen Pub Konzertmusik und wir entschlossen uns mal schnell vorbei zu schauen. Zwei Mongolen boten uns die andere Hälfte ihres Tisches an und wir kamen etwas ins Gespräch (der eine fragte mich, ob ich koreanisch könne, der andere konnte etwas Englisch). Sie studieren beide Sport, Wrestling. Als wir dann gehen wollten, schlugen sie vor uns nach Hause zu fahren. Wir sassen also kurz darauf in einem schicken Wagen und merkten, dass die beiden wohl beide aus etwas besserem Hause stammen. Sie fuhren uns heim und wir tauschten dann noch unsere Nummern aus. Mal schauen, vielleicht verlangen sie dann auch plötzlich noch 10 $ ;-)

Morgen kommt Melanie und ich freu mich auf die Ferien, die wir hier zusammen verbringen können. Wir planen einen 10 Tage dauernden Trip, zusammen mit den anderen Schweizer Praktikanten (so ab 5 Personen wird es auch für einen Studenten bezahlbar), in die Wüste Gobi und das Zentral Aimak. Ihr werdet von unseren Erlebnissen bald was lesen können.

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